Glasbau

  Glasplatte im Versuchsaufbau STB

Glas in tragenden Bauteilen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der großen Nachfrage nach transparenten und leicht wirkenden Konstruktionen hat sich der Glasbau in den letzten 30 Jahren erheblich weiterentwickelt. Glas ist nicht mehr allein ein Füllelement, sondern wird heute auch in tragenden Bauteilen eingesetzt. Voraussetzung dafür ist die stetige, noch nicht abgeschlossene Verbesserung und Erweiterung der Produktqualitäten und -formen, so dass sich nun ein breites Spektrum an Gläsern mit großen gestalterischen Möglichkeiten anbietet. Zusammen mit den sich erweiternden Kenntnissen über das Trag- und Festigkeitsverhalten wie auch über die bauphysikalischen Eigenschaften der Glasprodukte und ihre Konstruktionsformen werden so innovative Glasbauteile ermöglicht.

Das Institut für Stahlbau beschäftigt sich seit Anfang der 1990er Jahre mit dem Werkstoff Glas und Glaskonstruktionen. Europaweit wurden die ersten systematischen Forschungsarbeiten zur Untersuchung der Glasfestigkeit und dem Tragverhalten von tragenden Glasbauteilen durchgeführt. Das Institut ist zudem national und international renommierter Forschungspartner u.a. im Bereich des konstruktiven Glasbaus tätig.

Ebenfalls in den Bereichen Entwicklung und Planung von Glasbauelementen im Fassadenbau verfügt das Institut über langjährige Erfahrung und ist bereits in zahlreichen Bundesländern anerkannt als zugelassene Prüfanstalt für absturzsichernde Verglasung. Zu den Aufgabengebieten bezüglich zustimmungspflichtiger Glasbauteile gehören unter anderem die Versuchsdurchführung im Rahmen von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen sowie die Durchführung von Bauteilversuchen bei Zustimmungen im Einzelfall.

Besonders im konstruktiven Glasbau gilt es zu erforschen, wie man Glas entwirft und berechnet, so dass die Konstruktion ihre architektonischen Vorzüge ausspielen kann und gleichzeitig robust wird. Dies setzt das Institut derzeitig in CEN TC250 SC 11 „Structural Glass“ um, das europäische Komitee, das die nächste Normengeneration für die Glasbemessung erarbeitet und dessen Vorsitz Prof. Feldmann innehat.

Eine Auswahl an spezifischen Themengebieten im Glasbau ist nachfolgend gegeben:

  • Tragverhalten von Glasträgern
  • Untersuchungen an thermisch vorgespannten Glasscheiben
  • Spannungsoptik
  • Punkthalterkonstruktionen
  • tragende Glasverbindungen
  • Glas als aussteifendes Element
  • Stabilität von Trägern und Stützen
  • Verbundelemente aus GIas und Stahl
  • Qualitätssicherung von gebogenen Glasscheiben

Der Lehrstuhl für Stahlbau ist Mitglied in verschieden Arbeitskreisen und Normenausschüssen, die sich mit Glas beschäftigen. Hierzu gehören z.B. der „Arbeitskreis Stahl und Glas“, der Deutsche Ausschuss für Stahlbau (DASt), der Fachverband Konstruktiver Glasbau e. V. (FKG) und der Normenausschuss NABau „DIN 18008 – Bemessung – und Konstruktionsregeln für Bauprodukte aus Glas“. Der Lehrstuhl für Stahl- und Leichtmetallbau ist vom DASt anerkannt als Prüfstelle zur Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen für absturzsichernde Verglasungen.

Eine Übersicht über laufende und bereits abgeschlossene Forschungsprojekte aus dem Forschungsgebiet Glasbau finden Sie hier.

Kleben im Glas- und Stahlbau

Am Institut für Stahlbau beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe intensiv sowohl mit hyperelastischen Klebstoffen z.B. Silikonklebstoffe oder niedrigmodulige Polyurethane, die besonders im konstruktiven Glas- und Fassadenbau eingesetzt werden, als auch mit elastoplastischen Klebstoffen z.B. Arcylate, höhermodulige Polyurethane oder Epoxidharze, die besonders im Stahlbau, auch in Verbindung mit anderen Materialien wie CFK oder GFK, Anwendung finden. Neben der Initiierung und Bearbeitung von Forschungsprojekten auf diesem Gebiet erarbeiten wir auch Lösungen für Einzelfälle, z.B. für bauaufsichtliche Zulassungen oder im Rahmen industrieller Forschung.

Die Schwerpunkte liegen dabei in folgenden Bereichen:

  • Klebstoffauswahl
  • Bestimmung von Materialkennwerten für Klebstoffe und Bauteile
  • Prüfung klein- und großmaßstäblicher Proben und geklebter Bauelemente bis hin zu Brückenplatten und Hybridträgern
  • Statische und FEM-gestützte Berechnung
  • Konzeptionierung bzw. fachliche Unterstützung und Begutachtung von Bauprojekten
  • Unterstützung von Unternehmen bei der Erlangung von Zustimmungen im Einzelfall oder bauaufsichtlichen Zulassungen

Eine Übersicht über laufende und bereits abgeschlossene Forschungsprojekte aus dem Forschungsgebiet Kleben im Glas- und Stahlbau finden Sie hier.