P1209

 

Radlastinduzierte Ermüdung bei Kranbahnträgern schwerer Hüttenkrane

Kurze Beschreibung

Mit der Ablösung der DIN 18800 und DIN 4132 und Einführung der Eurocodes für den baurechtlich geregelten Stahlbau hat sich herausgestellt, dass für hochbeanspruchte Kranbahnträger, wie sie in Hüttenwerken vorkommen, durch nunmehr wesentlich schärfere Kerbfallklassifizierungen, insbesondere im Bereich der Radlasteneinleitung, die Ermüdungsnachweise überaus starke Auswirkungen haben, verglichen mit den derzeitigen, mit guten Erfahrungen behafteten Auslegungen. So würden die Änderungen nun bis zu einer Verdoppelung der Querschnittsteildicken führen, was z.B. auch Stegbleche mit extremen Stärken von 80 mm zur Folge hätte, deren K-Nahtanschlüsse an den Flansch fertigungs- und überwachungstechnisch mit erheblichen Problemen verbunden und ökonomisch nicht mehr zu realisieren wären.
Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen dieses Forschungsvorhabens Ermüdungsfestigkeiten für das kranbahnspezifische Ermüdungsdetail „Obergurt-Stegblech Anschluss“ in EC3-1-9 Tabelle 8.10 insbesondere für die betroffenen schweren Hüttenkrananlagen abgeleitet und als Empfehlungen für eine Regeländerung bzw. -ergänzung aufbereitet werden. Hierbei steht speziell das Detail der Radlasteinleitung mit K-Nahtausführung im Fokus, für welches aktuell weder in Bezug auf die Ausführungsqualität noch auf das Fertigungsverfahren differenziert wird.
Wesentlicher Kern der methodischen Vorgehensweise ist, dass bereits vorhandene Kranbahnträger aus der Praxis hinsichtlich radlastinduzierter Ermüdung erfasst, sowie dokumentiert und bewertet werden („Best-Practice“-Erfahrungen). Hierdurch lässt sich eine direkte quantitative Aussage über die Ermüdungssicherheit des zu untersuchenden Details treffen. Zusätzlich erfolgen numerische Vergleichsrechnungen zur Ableitung synthetischer Kerbfälle sowie der Einbezug bereits vorhandener Ergebnisse, die allein jedoch nicht ausreichend sind. Abschließend soll ein Konzept zur erfolgreichen und zeitnahen Implementierung der Ergebnisse in die aktuelle Normung entwickelt werden.

Forschungsförderung

FOSTA - Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V.

Laufzeit

09/2016 - 02/2018

Ansprechpartner

Sandro Citarelli

Links

interner Bereich